Archiv für Juli 2007

NPD-Demo und Protest in Krefeld

Bericht vom Medienkollektiv Niederrhein

Am 21.7 2007 marschierte die NPD und ihre FreundInnen von den Freien Kameradschaften, wie angedroht, zum zweiten Mal in diesem Jahr in Krefeld auf. Unter dem Motto „Meinungsfreiheit auch für Deutsche – gegen Inländerdiskriminierung“ wollten sie ausdrücken, dass eigentlich alle, allen voran aber die so genannte „Systempresse“, ganz ganz böse zu den armen Nazis sind.
Mit ein wenig Verspätung startete um kurz nach 11.00 Uhr die linksradikale Antifademo des Bündnisses „Kein Bock auf Euch“ am Südwall und zog, zu den Klängen abwechslungsreicher Musik, durch die Innenstadt Krefelds über den Theaterplatz bis zum Albrechtplatz. An der Demonstration nahmen etwa 250 AntifaschistInnen teil. Nachdem die Polizei durchgesetzt hatte, dass die DemonstrantInnen keine Sonnenbrille zur Kapuze tragen, keine kleinen Handfahnen mit sich führen und die Transparente unterhalb des Kinns halten, startete die lautstarke Demonstration und verlief ohne Zwischenfälle.

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NPD-Mahnwache in Mönchengladbach

Bericht vom Medienkollektiv Niederrhein

Am 21.7.07 marschierten in Mönchengladbach Nazis von NPD bis zu Freien Kameradschaften auf. Anders als in Krefeld bemängelten sie hier nicht die angeblich einseitige Berichterstattung der „Systemmedien“, sondern demonstrierten für die „Todesstrafe für Kinderschänder“.
Nach dem weitgehend abgeschotteten Aufmarsch in Krefeld, von dem kaum jemand etwas mitbekam, fuhren etwa 120 Nazis weiter nach Mönchengladbach. Um ca. 14.40 Uhr kamen die Nazis am Mönchengladbacher Hauptbahnhof an, dort hielten sie sich ca. 20 Minuten auf, bis sie in kleinen Gruppen zu 20 – 30 Personen von der Polizei zum Kundgebungsort geleitet wurden. Fahnen und Transparente durften erst dort und nicht schon auf dem Weg dorthin ausgerollt werden. Nach Ende der Kundgebung wollten die Nazis eine spontane Demonstration anmelden was jedoch von der Polizei untersagt wurde. Daraufhin unternahmen sie einen Versuch die Polizeiabsperrung zu durchbrechen. Dies misslang ihnen aber, woraufhin sie die Polizei wieder zum Bahnhof leitetet.

Die Bürgerdemonstration startete mit ein wenig Verspätung um ca. 15.15 Uhr an der ehemaligen Musicalbühne. 800 Menschen zogen die kurze Strecke über die Hindenburgstraße zum Kapuziner Platz am Alten Markt, wo sie sich dann Reden über den „guten“ Nationalsozialisten Claus von Stauffenberg anhörten. Etwas später zog eine kleine spontane Demonstration, bestehend aus mehrere Dutzend AntifaschistInnen, vom Hauptbahnhof hoch zur bürgerlichen Abschlusskundgebung. Ein Versuch von dort zur Nazikundgebung zu gelangen scheiterte. Den zahlreich anwesenden Polizeikräften gelang es etwa 20 AntifaschistInnen in ein Parkhaus zu drängen. Dort wurden sie bis zum frühen Abend eingekesselt und erst nach Personalangaben freigelassen.

Fotos: Indymedia

Antifademo in Krefeld

….gibt es auch eine Antifademo in Krefeld!

„Am 21.7.2007 wollen Nazis unter dem Motto “Gegen Inländerdiskriminierung – Meinungsfreiheit auch für Deutsche” auf einer schon fast lächerlich wirkenden Route von ca. 1,5 Kilometern durch Krefeld marschieren. Diesen Anlass nutzt ein Bürgerbündnis, um mit einer eigenen Demonstration ein Zeichen gegen diesen Naziaufmarsch zu setzen. Dabei wird aber nicht etwa Kritik an den bestehenden Verhältnissen geübt, die eine essentielle Grundlage für Phänomene wie den Faschismus bieten, sondern lediglich zwischen “guten Deutschen”, eben jenen die sich zur Demokratie der BRD bekennen, und “schlechten Deutschen”, den Neo-Nazis unterschieden. Es besteht ein Unterschied zwischen diesen Gruppen, kein Zweifel. Doch dass Antisemitismus und Rassismus tief in der deutschen Gesellschaft verwurzelt sind und somit eine Kritik der Neo-Nazis auch immer eine Kritik an den bestehenden Verhältnissen bedeuten muss, sehen auch die Demokraten nicht.

Es gibt kein “gutes Deutschland”, denn Deutschland ist und bleibt das Problem.

Also kommt zur Antifademo, Ort und Zeit werden in naher Zukunft veröffentlicht.“

KeinBockaufEuch