Archiv für Juli 2006

Polizeipresse again

POL-MG: Sachbeschädigung an Mahnmal in Viersen – alle Täter konnten ermittelt werden

Mönchengladbach (ots) – In der vergangenen Nacht, gegen 02:00 Uhr,
hörten Beamte der Viersener Polizei vom Schulhof der städtischen
Realschule ein lautes Scheibenklirren und den Ruf einer männlichen
Stimme: „Verrecken sollen die Juden!“ Noch auf dem Schulgelände
gelang es den Beamten zwei 22 und 23 Jahre alte Männer aus Viersen
festzunehmen.
Darüber hinaus mussten sie feststellen, dass das Mahnmal, das vor
Jahren von Schülern der Realschule gestaltet wurde, mit einer
Gehwegplatte eingeworfen worden war. Es handelte sich um einen 1m x
1m großen Glaswürfel, in dem 1,5 Millionen weltweit eingesammelte
symbolische Knöpfe aufbewahrt wurden. Eine Bronzetafel erinnert an
die 1,5 Millionen Opfer des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau.
Aufgrund des antisemitischen Hintergrundes übernahm der Staatsschutz
der Kriminalpolizei Mönchengladbach die Ermittlungen. In den
Vernehmungen heute Vormittag machten die beiden Festgenommen Angaben
zu zwei weiteren Tätern. Unter ihnen ist ein 20-jähriger Viersener,
der den Staatschützern kein Unbekannter mehr ist. Er war schon mit
einer Vielzahl rechtsextremistischer Straftaten aufgefallen. Die
Ermittlungen dauern noch an.

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POL-MG: Fremdenfeindlicher Übergriff in Viersen – Staatsschutz ermittelt

12.07.2006 – 09:32 Uhr

Mönchengladbach (ots) – Gestern Mittag, gegen 11:00 Uhr, erschien
ein Schwarzafrikaner bei der Polizei in Viersen. Er gab an, am
Montagabend, gegen 23:00 Uhr, in einer Viersener Parkanlage von vier
jungen Männern zunächst wegen seiner Herkunft aus Afrika beleidigt
worden zu sein. Anschließend hätten die offensichtlich
Alkoholisierten gemeinsam den 22-Jährigen angegriffen. Ihm sei es
aber gelungen, sich erfolgreich zur Wehr zu setzen. Dann sei er
geflohen. Aufgrund des fremdenfeindlichen Hintergrundes hat der
Staatsschutz der Mönchengladbacher Kriminalpolizei die Ermittlungen
aufgenommen. Die Ermittler suchen jetzt noch Zeugen, die den Vorfall
in der neuen Park- und Teichanlage an der Greefsallee, zwischen Bach-
und Mühlenstraße in Viersen, beobachtet haben. Der eigentliche Tatort
war die dortige kleine Brücke über den Bach Hinweise unter 02161-29 0.

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Redebeiträge Teil 1

Redebeitrag der Antifa RAR zur Antifa-Demo in Mönchengladbach vom 17.6.2006

Was die Deutschen auf dem Weg zur neuen Identität und schwungvollem Patriotismus sowie ungebrochenem Standort Nationalismus am meisten zu stören scheint, ist der Holocaust. Die Relativierungsdebatten, Trümmerromane und Vertreibungsgeschichten sind quer durch die gesamte deutsche Medienlandschaft bis hin zur Familienfeier bei Opa Fritz und Oma Erna ein willkommenes Thema. So freut es den Geschichtslehrer, wenn er vor seinen SchülerInnen Wolfgang Ignées (Stuttgarter Zeitung) zitieren darf, „dass eine ‚unbefangene jüngere Generation’ inzwischen Abschied von der These der Kollektivschuld nehme und beginne, ‚die Historie differenzierter zu sehen’.“ (zit. nach Hage, Volker in Der Spiegel 06. 04. 02)
Als „undifferenziert“ wird hier eine sozialpsychologische Herangehensweise, also die kollektive Betrachtung der Tat verklärt. Diese ist jedoch angesichts der Tatsache, dass gerade der deutsche Antisemitismus ein psychopathologisches Massenphänomen oder eine Massenpsychose ist, eine unumgängliche Notwendigkeit. Die Massen- bzw. Sozialpsychologie untersucht die Vorgänge, die im einzelnen Menschen vorgehen, insofern er einem Kollektiv angehört, in dem er die psychischen Merkmale aufweist, die mit dem Großteil der Menschen dieses Kollektivs übereinstimmen. Eine solche Übereinstimmung kann z.B. aus der Identifikation mit einer Werte- und Kulturgemeinschaft, wie sie eine Nation darstellt, resultieren und ist sozialisationsbedingt. Insofern kann eine tiefenpsychologische Untersuchung eines Kollektivs geleistet werden, der auch alle psychoanalytischen Begrifflichkeiten immanent sind. (mehr…)

Rassistische Übergriffe in MG nach WM-Aus

Rassistische Übergriffe und Parolen nach WM-Aus

Gestern Abend kam es nach Spielende in Mönchengladbach am Alten Markt nach einer Liveübertragung zu rassistischen Übergriffen.
Bereits während es Spiels skandierte eine Gruppe von Glatzköpfen Parolen wie „Hier regiert der nationale Widerstand“ und „Pizza geh nach Hause“. Bereits während der letzten Übertragungen kam es immer wieder zu dauernden Sieg-Heil Rufen und rassistischen Verbalattacken nicht nur offensichtlich rechts Gesinnter, auf die weder Veranstalter noch Polizei reagierten.
Nach dem Spiel provozierte eine größere Gruppe von Nazis einen Pulk feiernder Italiener. Als es zu gewaltsamen Übergriffen seitens der Rechten kam, schritt die Polizei ein, unternahm aber nichts gegen die zahlreichen rassistisches Krakeeler, die weiterhin ungebremst ausländerfeindliche Parolen wie „Scheiß Italiener“, „Spaghettifresser“ und Schlimmeres grölten. Binnen einer halben Stunde kam es zu etlichen Schlägereien, Menschen südländischen und alternativen Aussehens, auch Frauen, wurden angepöbelt und bedroht. Neben einer Gruppe von 20 – 30 Rechten, offensichtlich an ihrer Kleidung und Glatzen sowie lautstarken Parolen erkennbar, stimmten zahlreiche „normale“ Fußballfans mit in die Parolen ein. Hier sieht man wieder mal, was tatsächlich in den Köpfen von „Patrioten“ vor sich geht und wie gefährlich sich unkritische Patriotismusappelle von seiten der Politik (u.a. Rüttgers/CDU) auch auf die Mentalität eher unscheinbare Bürger auswirken. Die Polizei griff anfangs eher im Zeitenlupentempo ein, führte jedoch schließlich mehrere Personen aus der rechten Gruppe und andere Schläger ab. Dennoch konnten etliche ?undeutsch? aussehende bzw. auftretende Personen die Altstadt nur geschützt von einem massiven Polizeiaufgebot halbwegs sicher verlassen. Auch in anderen Stadtteilen wurden Italiener beschimpft und bedroht, ein Wagen wurde an einer roten Ampel gestoppt und die Insassen verprügelt. Die Welt zu Gast… ja bei wem eigentlich?

IndyArtikel

MG-Wickrath – Nazischmierereien

POL-MG: Sachbeschädigungen durch Farbschmierereien in Wickrath – Suche nach Zeugen

04.07.2006 – 12:39 Uhr
Mönchengladbach (ots) – Bisher Unbekannte besprühten heute
zwischen 01:00 und 09:00 Uhr auf der Jahnstraße in Wickrath sieben
Garagentore und einen Verteilerkasten mit blauer Farbe. Sie sprühten
mehrfach die Buchstabenkombination ANSW, Hakenkreuze und einmal
SS-Runen.
Der polizeiliche Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen.
Die Polizei bittet um sachdienliche Hinweise unter Tel. 02161-290.

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Naziaktivitäten in Mönchengladbach nehmen zu

Heute bedrohten und attackierten bewaffnete Faschisten in Mönchengladbach alternativ bis antifaschistisch eingestellte Jugendliche

Mönchengladbach-Stadtmitte, 4.7.2006, ca. 16 Uhr

Eine Gruppe von 4 Nazis setzt sich zu einer Handvoll Punks und alternativer Jugendlicher und bedrohen diese mit einem Messer, einem Teleskopschlagstock und antisemitischen Sprüchen („Hier stinkt es nach Juden“ etc.). Im Verlauf der Auseinandersetzungen stach sich einer der Nazis bewusst selber in die Hand hob diese und sagte: „So seht ihr auch bald aus“. Nach dem die Polizei den ersten Notruf der Betroffenen runterspielte und ignorierte, reagierte die Polizei erst, nachdem ein zweiter Anruf, darauf aufmerksam machte, dass die Nazis bewaffnet seien. Die Nazis wurden mit einem relativ großen Polizeiaufgebot festgenommen.

Mönchengladbach-Hermges, 4.7.2006, ca. 17.15

4 vermummte Nazis greifen nach dem Ruf: „Bleib stehen scheiß Jude!“ einen alternativen Jugendlichen mit Teleskopschlagstöcken an. Die geschädigte Person erlitt diverse Prellungen und Schürfungen am Kopf.
Anzeige wurde erstattet.

Desweiteren ist die NPD-Mönchengladbach gerade dabei ein NPD-Vereinslokal/Büro zu eröffnen, weitere Informationen folgen in den nächsten Wochen.

Bündniss gegen NPD-Treff

Mönchengladbach. Nach Informationen der „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten Mönchengladbach/ Grenzland“ (VVN-BdA) hat die NPD ein ehemaliges Ladenlokal im Stadtteil Holt an der Josef-Drauschke-Straße angemietet. Die Räumlichkeiten sollen offenbar als Büroraum und Treffpunkt genutzt werden. Die Mitglieder von VVN-BdA wollen nun „mit viel öffentlichem Druck gegen den Neonazitreff mobil machen“ und die Bevölkerung über den NPD-Treff aufklären. Alle demokratischen Organisationen in Mönchengladbach und Umland, so VVN-BdA, seien aufgerufen, sich an einem Bündnis gegen den NPD-Treff zu Beteiligen.

Extra Tipp am Sonntag, 02.07.2006